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Stinne Fronius kennt beide Seiten des Klinikalltags: die unmittelbare Nähe zu Patientinnen und Patienten ebenso wie die Verantwortung für strategische Entscheidungen im Management. Heute ist sie Kaufmännische Vorständin der Bezirkskliniken Mittelfranken und trägt Verantwortung für einen großen Verbund psychiatrischer und neurologischer Einrichtungen, die die Versorgung einer ganzen Region sichern.
Ihr Weg begann in der Pflege. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Universitätsklinikum Münster. Der direkte Kontakt zu Patientinnen und Patienten prägte ihr Verständnis für das Gesundheitssystem nachhaltig und bildet bis heute den Kern ihres Führungsstils.
Schon früh war ihr klar, dass sie die Strukturen im Gesundheitswesen nicht nur erleben, sondern auch mitgestalten wollte. Sie nahm ein Bachelorstudium in International Business Communication in Aarhus auf, das sie mit einem berufsbegleitenden Master in Management für Sozial- und Gesundheitseinrichtungen an der Universität Witten-Herdecke ergänzte. Diese Kombination aus internationaler Perspektive und praxisnaher Managementausbildung legte den Grundstein für ihre spätere Karriere.
Ihre erste Station im Management führte sie in die Unternehmensentwicklung der Sana Kliniken in der Region Stuttgart. Dort erlebte sie, wie strategische Entscheidungen auf die Organisation eines großen Klinikverbunds wirken. Themen wie Prozessoptimierung, Wirtschaftlichkeit, Qualitäts- und Projektmanagement sowie Standortentwicklung gehörten früh zu ihrem Alltag.
Der nächste entscheidende Schritt war der Wechsel in die psychiatrische Versorgung. Stinne Fronius startete als kaufmännische Leitung am kbo-Isar-Amper-Klinikum in Haar, einem der größten psychiatrischen Krankenhäuser in Deutschland. Hier arbeitete sie sich in die spezifischen Herausforderungen dieses Fachbereichs ein: die Verbindung von medizinischer und psychosozialer Versorgung, die Steuerung komplexer Versorgungsstrukturen und die wirtschaftliche Sicherung einer Einrichtung, die weit über die Region hinaus bedeutsam ist.
In Haar stieg sie zur stellvertretenden Geschäftsführerin auf und übernahm parallel dazu die Geschäftsführung des kbo-Ambulanten Psychiatrischen Pflegedienstes in München. Diese Doppelrolle verdeutlicht ihren Gestaltungsanspruch: Akutversorgung im Krankenhaus und ambulante Unterstützung in der Gemeinde sind für sie keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben psychiatrischen Versorgungskette.
Seit Anfang 2025 steht Stinne Fronius nun an der Spitze der Bezirkskliniken Mittelfranken als Kaufmännische Vorständin. Der Verbund vereint mehrere Standorte und Fachrichtungen, von der Allgemeinpsychiatrie bis zur Forensik. In dieser Funktion liegt ihr Fokus auf der strategischen Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in der Region. Sie arbeitet daran, stationäre und ambulante Angebote enger zu verzahnen, digitale Prozesse auszubauen und die wirtschaftliche Stabilität des Verbunds langfristig zu sichern. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind das Personalmanagement und der Themenkomplex Infrastruktur, Bau und Standortentwicklung.
Ihre Stärke liegt darin, ökonomische Fragen nicht isoliert zu betrachten, sondern immer in Bezug auf Versorgung und Qualität. Für sie ist die wirtschaftliche Steuerung ein Werkzeug, das Raum für medizinische und therapeutische Weiterentwicklung schaffen soll.
Was Stinne Fronius besonders macht, ist ihr beruflicher Ursprung. Sie kennt die Pflege aus eigener Erfahrung und weiß, wie sich Entscheidungen auf Stationen auswirken. Gleichzeitig bringt sie die analytische Schärfe einer ausgebildeten Managerin mit. In einer Zeit, in der psychiatrische Einrichtungen unter wachsendem Druck stehen – sei es durch knappe Ressourcen, komplexe Gesetzgebung oder steigende gesellschaftliche Erwartungen – ist diese Doppelperspektive ein entscheidender Vorteil.
Sie sieht ihre Aufgabe darin, Strukturen so zu gestalten, dass Mitarbeitende gute Arbeit leisten können und Patientinnen und Patienten eine Versorgung erhalten, die ihrem Bedarf entspricht. Ihre Karriere zeigt, dass es in der psychiatrischen Versorgung nicht nur um medizinische Expertise geht, sondern ebenso um strategisches Denken und nachhaltiges Management.