Nachruf: Ramon Krüger

26.11.2025, Stefan Günther
Aktuelles

Am 22. November ist Ramon Krüger nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Zuletzt war er als Fachbereichsleiter für die wirtschaftliche Steuerung des Klinikverbunds des Landschaftsverband Rheinland (LVR) tätig. Als jüngster Fachbereichsleiter in der Geschichte des LVR ist er vor einigen Jahren gestartet und hat viele Impulse gesetzt, um den Klinikverbund auch in wirtschaftlich allgemein schwierigen Zeiten zukunftssicher aufzustellen. Dem LVR war er sein ganzes Berufsleben verbunden.

Begonnen hat er seinen beruflichen Weg mit einer kaufmännischen Ausbildung in der LVR Klinik Langenfeld, wo sein Interesse für das Gesundheitswesen und speziell für die psychiatrische Versorgung insbesondere durch den Kontakt zu engagierten Kolleginnen und Kollegen im Medizincontrolling weiter gefördert wurde. Hier begann auch sein Engagement im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der langjährige Vorsitzende der Fachgruppe psychiatrische Einrichtungen, Holger Höhmann, damals Vorstandsvorsitzender der Klinik, erkannt in Ramon Krüger schnell einen motivierten, engagierten und wissbegierigen jungen Kollegen, den er beruflich fördern und auch in die Arbeit des Verbands einbeziehen konnte. Ramon Krüger absolvierte später berufsbegleitend sein Masterstudium in Kassel und übernahm die Leitung des Medizincontrollings der LVR Klinik Düsseldorf. Dies war seine letzte Station, bevor er in die Zentrale des LVR wechselte und dort die Fachbereichsleitung übernahm.

Nebenberuflich unterstützte er über viele Jahre entscheidend die Arbeit des VKD. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Nachwuchsorganisation des VKD – des Jungen VKD – und engagierte sich in den bundesweiten Gremien für den Verband. In der Fachgruppe war Ramon Krüger lange Jahre Gast im Vorstand und unterstützte auf diese Art die Arbeit der Fachgruppe. Zuletzt wurde er von der Mitgliederversammlung zum Beisitzer gewählt. Die Arbeit der Fachgruppe hat er ebenfalls sehr deutlich mitgeprägt, sei es in Form von Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen und Richtlinien des G-BA, aber auch hier insbesondere in der Arbeit mit den Mitgliedern und deren praxisnaher Unterstützung. Es war immer sein Ziel praktische Erfahrung weitergeben und so den Gedanken des Verbands zur Unterstützung der Mitglieder untereinander weitertragen zu können. Er organisierte zusammen mit mir eine bundesweite Arbeitsgruppe zur PPP-RL, da das Regelwerk in der Praxis zu so vielen Fragen geführt hat, dass sich die Fachgruppe den Kolleginnen und Kollegen hilfreich zur Seite stellen wollte. Aus der Arbeitsgruppe ist zudem seit mehreren Jahren eine jährliche Sonderveranstaltung zur PPP-RL entstanden, wo sich die in der Praxis damit befassten Kolleginnen und Kollegen zum Austausch treffen können. Diese Arbeit hat auch dazu geführt, dass wir zusammen das Praxisforum Psyche ins Leben gerufen und als Unternehmergesellschaft gegründet haben. Wir haben uns zum Ziel gesetzt aus der Praxis für die Praxis hilfreiche Angebote zu machen und den Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Tat beratend sowie über Seminare und Vorträge zur Seite zu stehen.

Neben dem beruflichen und berufspolitischen Engagement zeichnete sich Ramon Krüger vor allem auch durch seine politische Arbeit in der SPD in Nordrhein-Westfalen aus. Auch hier war er in verschiedenen Gremien der Partei tätig und hat sich insbesondere führend in der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) im Rheinland eingebracht, nicht zuletzt als Vorsitzender seiner Region. Ramon Krüger hatte großes Interesse an seiner Arbeit im Gesundheitswesen. Für ihn war sein Job eben nicht nur ein Job, sondern eine tatsächliche Berufung – eine sinnstiftende Arbeit, mit der er sich für die Belange und Interessen psychisch erkrankter Menschen einsetzen konnte. Das hat er in herausragender Art und Weise sowohl beruflich, berufspolitisch und auch im größeren politischen Sinne getan. Das Feuer seines Engagements, das ihn angetrieben hat, war für alle sichtbar und motivierend.

Neben all seinem beruflichen und politischen Engagement schaffte Ramon Krüger es zudem noch sich publizistisch zu betätigen. Als die PPP-RL in Kraft getreten ist, hatten wir die Idee eine praktische Arbeitshilfe für die Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich damit arbeiten müssen, zu schaffen. Daraus sind das Praxishandbuch PPP-RL und das Praxishandbuch Finanzierung psychiatrischer Einrichtungen entstanden. Auf diese Meilensteine waren wir beide sehr stolz, sind die Bücher doch auch lange nach ihrem Erscheinen noch die einzigen dahingehenden Publikationen zur Thematik und damit das Standardwerk zum Thema. Die Bücher entstanden innerhalb von sechs Monaten unter Beteiligung von über 40 Autoren. Jeder der schon mal selbst ein Buch herausgebracht hat weiß, das ist eine Meisterleistung.

Ausgehend vom tiefen Wissen und Verständnis zur Thematik hielt er ebenfalls viele Vorträge und Seminare und versuchte auch dadurch aus der Praxis heraus Informationen, Wissen und Hilfestellung weiterzugeben. Seine freundliche, offen und charismatische Art haben es leicht gemacht auch die schwierigsten Themen und die schlimmsten Botschaften der Gesundheitspolitik zu verstehen und am Ende mit einem Lächeln dazusitzen – im Wissen man ist im bürokratischen Dschungel nicht alleine und es gibt noch Hoffnung. Als ich mir vor einiger Zeit in den Kopf gesetzt hatte ein Fachmagazin zu Psych-Themen aus dem Boden zu stampfen, hat er mich unterstützt, obwohl er selbst viel zu tun hatte. Er wurde zudem Mitglied im Fachbereit und hat mich in vielen Telefonaten unterstützt und mir mit Rat und Tat beigestanden.

Worauf Ramon Krüger trotz aller beruflichen Erfolge jedoch am meisten stolz war, sind zwei Ereignisse in seinem Privatleben. Die Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin stellte einen Höhepunkt für sie beide dar. Das Fest fand vor beeindruckender Kulisse statt und zeigte die besondere Art der beiden – herzlich, offen, einladend und integrierend. Ein Fest, das man nicht vergessen wird. Die Liebe, die beide füreinander empfanden, war sichtbar und wird uns immer in Erinnerung bleiben. Zum anderen erfüllte sich vor einem Jahr mit der Geburt seiner Tochter ein großer Traum für ihn. Aufgewachsen mit vier Geschwistern wünschte er sich immer eine eigene große Familie. Die Geburt der Tochter war für ihn daher ein besonderer Moment, den er zusammen mit seiner Frau sehr genossen hat. Sie haben sich danach beide Zeit genommen ihr Kind willkommen zu heißen und als kleine Familie ihren neuen Alltag zu leben. Diese Zeit, die er sich trotz aller beruflichen Verpflichtungen und seinem großen Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem LVR genommen hat, ist gerade heute im Anblick des viel zu frühen Todes von Ramon Krüger umso wichtiger gewesen.

Er hinterlässt eine unfassbar große Lücke im Leben der Menschen, denen er auf seinem viel zu kurzen Lebensweg begegnet ist. Seine Liebe für seine Frau und seine kleine Tochter, für seine Familie und seine Freunde, seine Leidenschaft für berufliche Themen, sein echtes, unverfälschtes Interesse am Gegenüber und sein Engagement für die Freundschaft werden für mich unvergessen bleiben. Lieber Ramon, du hast uns viel zu früh verlassen. Du fehlst uns so unvorstellbar und es tut weh zu wissen, dass wir dein Lachen nie wieder sehen und hören werden. Dein Tod ist für mich unbegreiflich. Wir werden dich nicht vergessen und dein fachliches Ansehen in Ehren halten. Du warst mir über viele Jahre ein lieber, guter Freund, auf den ich mich immer verlassen konnte. Wir haben viele schöne Momente miteinander teilen können. Ich erinnere mich noch an den Moment, als ich dich zum ersten Mal traf und wie dann aus einem beruflichen Kontakt eine Freundschaft entstanden ist. Danke für jeden Moment davon. Danke für deine Hilfe, deinen Rat und dein Mitwirken an so vielen tollen gemeinsamen Projekten. Aber vor allem möchte ich Danke sagen für deine Freundschaft. Sie ist mir unglaublich wichtig und ich werde auch diese Erinnerung in Ehren halten. Ruhe in Frieden, mein lieber Freund. Sei versichert, wir werden auch deiner Frau und deiner Tochter beistehen und sie nicht alleine lassen.

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