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Stefan Günther ist Referent des Direktors im Geschäftsbereich Wirtschaft und Finanzen sowie Leiter des Controllings bei den Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo). Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Regensburg, aktiv in den Gremien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), in der Expertengruppe des IQTIG zum Strukturerhebungsverfahren PPP-RL sowie im Vorstand der Fachgruppe Psychiatrie des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Außerdem ist er Entwickler eines Excel-Tools zur Nachweisführung PPP-RL und Autor von zwei Fachbüchern für die Psychiatrie.
Das Praxishandbuch zur PPP-RL bietet einen umfassenden Überblick über die Richtlinie, ergänzt durch Tipps, Erfahrungen aus drei Jahren Praxis und erste Ergebnisse aus dem Nachweisverfahren.
Seit dem 1.1.2020 ersetzt die PPP-RL die frühere Psych-PV. Statt Personalbemessung enthält sie verbindliche Mindestvorgaben, deren Einhaltung nachzuweisen ist. Obwohl ähnlich aufgebaut, bringt die PPP-RL zahlreiche neue Anforderungen und eine deutlich tiefere Nachweispflicht mit sich. Damit prägt sie maßgeblich die personelle, finanzielle und inhaltliche Entwicklung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen.
Die Herausgeber haben die wichtigsten Inhalte und Neuerungen praxisnah aufbereitet. Erfahrene Autoren beleuchten die Richtlinie aus medizinischer, therapeutischer, ökonomischer und versorgungspolitischer Perspektive. Neben den Grundlagen bietet das Handbuch konkrete Hilfen für die Umsetzung im Alltag.
Die zweite Auflage ist neu strukturiert, vertieft und erweitert – auch für Leser ohne Vorkenntnisse. Sie behandelt u. a. die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst sowie aktuelle Entwicklungen und erste Ergebnisse aus dem Nachweisverfahren. Abgeleitete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung runden das Werk ab.
Inhalte:
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Das Excel-Tool zur PPP-RL Pro implementiert ein Steuerungs-, Planungs- und Nachweissystem. Es dient der Berechnung der Mindestpersonalvorgaben, zur detaillierten – auch grafisch unterstützten – Datenanalyse und -simulation (quartals- und einrichtungsbezogen sowie stations- und monatsbezogen), zur Kalkulation der Schadenshöhe aufgrund von Sanktionsmaßnahmen nach § 13 PPP-RL und zur quartalsweisen Prüfung der Einhaltung der Mindestvorgaben.
Die Datenermittlung ist einfach aufgebaut und ermöglicht die Übernahme in die Servicedokumente des IQTIG, die auch im Jahr 2026 zur quartalsweisen Datenübermittlung eingesetzt werden. Das Tool berücksichtigt dabei alle Vorgaben der PPP-RL für das Erfassungsjahr 2026 (z. B. neue Möglichkeiten zur Abrechnung nach § 8 Abs. 5 PPP-RL). Zudem umfasst das Excel-Tool verschiedene Planungsfunktionen, welche die Krankenhäuser zur vorausschauenden Abstimmung zwischen Belegung und Personaleinsatz nutzen können. Im Umfang ist auch eine eigene Sektion mit Kennzahlen enthalten, die sich ohne weitere Datenerfassung aus den bestehenden Daten und Berechnungen generieren und fachbereichs- und standortbezogen angezeigt werden können. Das Tool wurde vollständig auf die neue Fassung der Richtlinie, die zum 1.1.2026 Gültigkeit erlangen wird, angepasst, sodass die Servicedokumente des IQTIG weiterhin zuverlässig schnell und einfach befüllt werden können.
Nun ist es soweit: Ab dem 01. Januar 2026 müssen die Psych-Krankenhäuser bei Nichteinhaltung der verbindlichen Mindestanforderungen der PPP-RL mit Sanktionen rechnen. Im Juni 2025 hat der G-BA zudem weitere Veränderungen an der PPP-RL beschlossen, die zum 01. Januar 2026 in Kraft treten. Weiterhin stehen im nächsten Jahr auch unabhängig von der Frage der Sanktionen wesentliche Herausforderungen und Risiken im Rahmen der PPP-RL an, auf die sich die Häuser vorbereiten müssen. Das Seminar zur PPP-RL geht auf diese Veränderungen ein und zeigt, worauf es in 2026 ankommen wird.
Ihr Nutzen
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Die PPP-RL verändert nicht nur die Personaleinsatzplanung, sondern auch die Finanzierung psychiatrischer Einrichtungen grundlegend. Ihre verbindlichen Mindestvorgaben erhöhen den Druck, die notwendige Personalausstattung präzise zu ermitteln und in den Budgetverhandlungen einzubringen. Daraus resultiert oft ein erhöhter Personalbedarf, der mit Budgetdeckelung und Beitragsstabilität kollidiert. Die aktuellen Verhandlungen sind damit richtungsweisend für die Qualität der Versorgung, bergen aber zugleich erhebliches Konfliktpotenzial.
Inhalte des Handbuchs:
Das Praxishandbuch „Budgetverhandlung und Finanzierung von Psych-Einrichtungen“ vermittelt den gesamten Prozess von der Erstellung der Forderungsunterlagen über die Verhandlungsführung bis zur Umsetzung in den AEB-Psych-Formularen. Der Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen: Aufbau und Bestandteile einer Budgetforderung, erprobte Verhandlungsstrategien aus Sicht von Krankenhäusern und Kostenträgern sowie das Vorgehen im Schiedsstellenverfahren. Ergänzt wird dies durch eine detaillierte Darstellung des Psych-Personalnachweises und des leistungsbezogenen Vergleichs.
Darüber hinaus beleuchtet das Buch die Zusammenhänge zwischen Budgetlogik, PEPP-System und PPP-RL und fragt nach deren Kompatibilität. Die Autoren verfügen über langjährige Expertise und bieten eine verständliche, praxisorientierte Aufbereitung – ein Nutzen für Verantwortliche in Kliniken, bei Kostenträgern sowie für interessierte Fachleser.